+++News aus der Politik im Landkreis: Sommergespräch 2022 vom Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer.+++

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine sowie die damit zusammenhängenden Auswirkungen und die im Hintergrund schwelende Pandemie haben auch die Bundespolitik fest im Griff. „Es ist jedoch ebenso Aufgabe der Politik auf zukünftige Brennpunkte oder augenscheinliche Randthemen hinzuweisen und hierfür Lösungen auf den Weg zu bringen“, betont der CSU-Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer im Rahmen der diesjährigen Sommerpressegespräche und erläutert welche Themen für ihn dazugehören.

Ganz oben steht dabei die Pflege, denn „die Profession neigt dazu selbst ein Pflegefall zu werden“, so Irlstorfer. Die neue Bundesregierung bleibe bis dato weit hinter den Ankündigungen einer umfassenden Pflegereform zurück, aber auch die teilweise verpassten Chancen aus der Zeit der Großen Koalition gelte es selbstkritisch zu reflektieren. Für Irlstorfer, der das Thema als Berichterstatter der CSU im Gesundheitsausschuss bearbeitet, muss es im Mittelpunkt der Bemühungen stehen Pflegepersonal zu halten und neu zu gewinnen. Das könne nur gelingen indem man die Arbeitsbedingungen in der Pflege langfristig durch Entlastungen verbessert. Der Gesundheitsexperte hat dazu verschiedene Ideen, die von der Etablierung eines Stundenreduzierungskonzeptes und regelmäßigen Erholungsangeboten für die Pflegenden bis hin zu einer Verlängerung des Pflegepraktikums im Medizinstudium reichen. Auch pflegende Angehörige, welche über 80 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf in Deutschland zuhause versorgen, will der 52-jährige Politiker verstärkt in den Fokus rücken und führt hierzu aus: „Dem im übertragenen Sinn größten Pflegedienst des Landes gebührt mehr Anerkennung und damit meine ich kein Klatschen, sondern spürbare Verbesserungen durch die Einführung eines Entlastungsbudgets. Dadurch kann mehr Geld bürokratiearm sowie flexibel abgerufen werden, was dann durch eine bessere rentenrechtliche Absicherung der pflegenden Angehörigen ergänzt werden könnte.“

Quelle: Foto von Harald Regler

Neben der Pflege setzt sich der Gesundheitsexperte auch gezielt für Seltene Erkrankungen und die neuroimmunologische Krankheit ME/CFS ein. „Beides hat keine Lobby und daher werden Verbesserungen im Bereich Forschung und Versorgung zum Wohl der Betroffenen nur schleppend umgesetzt“, so Irlstorfer, welcher gleichzeitig darauf hinweist: „Damit sich etwas ändert, braucht es zuerst ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein für die Leiden der Betroffenen und dann müssen vor allem finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um Missstände auszugleichen.“ Mit Blick auf ME/CFS könne man erkennen, dass Ersteres immer mehr an Fahrt gewinne, es aber am Geld fehlt. Ergänzend kritisiert Irlstorfer: „Hier ist die Bundesregierung und allen voran der Bundesgesundheitsminister gefragt, welchen ich vor kurzem in Berlin am Rande des Plenums auf die Relevanz hinweisen konnte und mir nun mehr Tempo erhoffe.“. Beim Thema Seltene Erkrankungen möchte der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 214 unmittelbar aktiv werden und eine Kampagne auf die Beine zu stellen. „Seltene Erkrankungen in Bayern“ soll sie heißen und der Öffentlichkeit das Facettenreichtum der sogenannten „Waisen der Medizin“ niedrigschwellig näherbringen.

„Auch wenn die Oppositionsbank immer noch ungewohnt und manchmal auch sehr frustrierend ist, setze ich mich weiterhin mit aller Kraft für diejenigen ein, die wenig Unterstützung erfahren. Das ich das machen darf, erfüllt mich jeden Tag mit Dankbarkeit und neuer Energie für die vielen noch kommenden Vorhaben.“, fasst der CSU-Abgeordnete abschließend zusammen.

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