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+++News aus der Stadt Freising Wärmepumpen-Expedition: Was sagen die Nutzer?+++

Die Domberg-Akademie und die Agenda21-Gruppe Energie und Klima haben am 05. Mai 2024 zu einem interaktiven Spaziergang durch Neustift zum Thema Wärmepumpen eingeladen unter dem Motto „Was ist dran an den Gerüchten und was sagen die Nutzer?“. 

Beim Format Walk & talk kamen insgesamt 30 Teilnehmende untereinander und mit den Nutzerinnen und Nutzern von Wärmepumpen ins Gespräch. Besucht wurden drei unterschiedliche Häuser: ein unsanierter Altbau, ein gedämmter Altbau und ein Neubau. 

Die Veranstalter zogen als Fazit des gelungenen Walk & talk: „Schnell wurde klar: kein Nutzer hat die Gerüchte bestätigt, für jede Anforderung gibt es passende Lösungen.

Zum Bild: (v. l.) Rainer Teschner und Lars Richter erläutern Kombinationsmöglichkeiten von Wärmepumpe und PV-Anlage (walk-and-talk-waermepumpen.jpg)

Ein ungedämmtes Haus aus den 30er Jahren lässt sich nicht ökologisch sinnvoll beheizen – so die landläufige Meinung. Die Wärmepumpenexpedition zeigte jedoch, dass es kreative Kombinationslösungen gibt. Ein Split-Klimagerät funktioniert wie eine Klimaanlage, jedoch kann durch den umgekehrten Prozess neben einer Kühlung auch die Beheizung der Räumlichkeiten stattfinden. Kombiniert mit der eigenen PV-Anlage ist das eine gute Möglichkeit, um CO2 und langfristig auch Kosten einzusparen. Tom Niethammer wendet diese Heiztechnik in seinem Haus zu 90% an und erzielt bemerkenswerte Ergebnisse. Nur für übermäßig kalte Tage ist sicherheitshalber noch die alte Ölheizung vorhanden. 

Wo kann man schon mit Energiekosten unter 250 Euro für die Heizung pro Jahr punkten? Das erfuhren die Teilnehmenden von Rainer Teschner, der seinen 50er- Jahre Altbau mit komplett gedämmter Außenfassade mit einer klassischen Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt. Er räumte auch mit dem Gerücht auf, dass eine Wärmepumpe nur mit Fußbodenheizung funktioniere und zeigte auf, wie eine Wärmepumpe optimal funktioniert und an welchen Stellschrauben jeder selbst drehen kann. Besonders hilfreich war die Perspektive, was er aus heutiger Sicht anders gemacht hätte und worauf bei der Planung einer Wärmepumpe geachtet werden muss. 

Zudem zeigt sich an Teschners Beispiel, dass es Sinn macht, verschiedene Systeme zu kombinieren. So kann seine Wärmepumpe in den warmen Monaten geschont werden, weil Warmwasser über einen Sonnenstrom-betriebenen Heizstab erzeugt wird. 

Das 190qm-Haus von Lars Richter, ein Neubau mit Luft-Wasser-Wärmepumpe und Fußbodenheizung, kommt mit Energiekosten von 3,50 Euro pro Tag aus. An dieser Station wurde schnell klar, dass eine Wärmepumpe einen Paradigmenwechsel darstellt, sowohl für die Heizungsbauer, die sich erst in die neue Technologie einarbeiten müssen, als auch für die Verbraucher, die ihr Heizverhalten anpassen müssen. Bei der Wärmepumpe heißt es: Finger weg von Thermostaten und Heizung nicht abdrehen, wenn man außer Haus ist!

Zum Bild: Rainer Teschner erklärt die Funktion seiner Wärmepumpe (walk-and-talk-waermepumpen2.jpgI)

Passt eine Wärmepumpe zu meinem Objekt? Was muss ich machen? Wie kann ich vorgehen? Mit diesen Fragen waren die Teilnehmenden gekommen. ‚Man erfährt immer etwas Neues, vor allem Praktisches und lernt dazu‘, meinte ein Teilnehmer und ein anderer freute sich, dass er auch künftig jederzeit anrufen kann, wenn Fragen auftauchen.“

„Mehr Nachhaltigkeit ist nur zu schaffen, wenn wir die Menschen auf dem Weg der Transformation begleiten und Berührungsängste abbauen. Deshalb ist das Format des Walk & talk ein großer Erfolg“, so Kathrin Steger-Bordon, Referentin für Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Domberg-Akademie in Freising. 

Bereits seit 2019 wird das Format Walk & talk von der Domberg-Akademie in Kooperation mit der Agenda 21-Gruppe Energie und Klima angeboten. Ziel ist es, Themen der Nachhaltigkeit erlebbar zu machen. Zwischen den Stationen, an denen es Einblicke und Informationen gibt, kommen die Teilnehmenden ins „Ge(h)spräch“.

Bildtexte: (Fotos: privat)

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