Landkreis

+++News aus dem Landratsamt: Priorisierte Suche nach Unterkünften für Kriegsflüchtlinge +++

Es sind verstörende Bilder, die uns am vergangenen Wochenende wieder aus der Ukraine erreicht haben. Der Krieg vertreibt die Menschen in Scharen aus ihrer Heimat. Knapp 1300 Personen (Stand 8. April, 8 Uhr), die seit Kriegsausbruch aus der Ukraine geflüchtet und im Landkreis Freising angekommen sind, sind derzeit beim Landratsamt Freising registriert. Hinzu kommen all jene, die ebenfalls schon hier sind, sich bis dato allerdings noch nicht gemeldet haben. Die Verantwortlichen am Landratsamt arbeiten mit Hochdruck daran, möglichst viele Unterkünfte für diese Menschen zu akquirieren. „Dabei müssen wir priorisiert arbeiten“, betont Florian Plajer, der die entsprechende Gruppe leitet.

Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist enorm. Nicht nur, dass viele Landkreisbewohner bereits Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben. Beim Landratsamt sind auch zahlreiche Angebote eingegangen. „Privatwohnungen nehmen wir weiterhin sehr gern, wenn es abgeschlossene Wohneinheiten sind“, so Plajer. Er bittet bei der Bearbeitung jedoch um Geduld. Alle zugesandten Angebote werden gesichtet und beantwortet, auf Grund der großen Anzahl dauert es manchmal ein paar Tage, bis sich das Team Anmietung vom Landratsamt meldet. Wohnungen werden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden geprüft. Falls sie geeignet sind, muss ein individueller Mietvertrag geschlossen werden. „Das ist schon ein Zeitaufwand.“

Um schnell möglichst vielen Personen ein Dach über dem Kopf bieten zu können, geht das Landratsamt strukturiert vor. Zunächst einmal werden Personen, die dem Landkreis Freising zugewiesen werden, in den derzeit vorhandenen Turnhallen untergebracht, sofern sie nicht in bestehenden Asylunterkünften Platz finden. In Turnhallen sollen sie aber, wenn möglich, nur vorübergehend bleiben. „Oberste Priorität haben als zweiter Schritt nach der Sporthalle große Unterkünfte wie Boardinghäuser und Hotels“, erklärt Plajer. Dort könnten die Geflüchteten für einige Wochen oder Monate wohnen „In private Wohnungen sollen möglichst Personen einziehen, die länger dableiben und arbeiten wollen.“

Die beiden Realschul-Turnhallen in Moosburg und Eching sind derzeit belegt, insgesamt stehen hier rund 256 Plätze zur Verfügung. Auch die Sporthalle der Realschule Gute Änger mit zusätzlichen 75 Plätzen in Freising wurde bereits vorbereitet. Außerdem kann das Landratsamt nach derzeitigem Stand über 185 Betten in Hotels, Pensionen oder Jugendherbergen verfügen. Weitere 155 Plätze könnten innerhalb der nächsten vier Wochen folgen. Außerdem sind beim Landratsamt auch Angebote von Zimmern in Privatwohnungen (also nicht abgeschlossene Bereiche) eingegangen. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden werden diese ebenfalls geprüft, die ersten Zimmer werden demnächst vermittelt.

„Wir können uns für die tolle Unterstützung bei der Unterbringung und Versorgung der geflüchteten Menschen nur bedanken“, sagt Landrat Helmut Petz. „Das Engagement, der Zusammenhalt in der Gesellschaft ist großartig.“

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