+++News aus dem Landratsamt Kunst verbindet: Landrat Helmut Petz überreicht Kulturpreise.+++
Seit genau zehn Jahren wird der Kulturpreis des Landkreises Freising in der Aula des Camerloher Gymnasiums verliehen. So auch am vergangenen Sonntag, 29. März. „Durch die Flure dieser Gebäude ist die Aura der Musen zu spüren“, sagte Kreisheimatpfleger Dr. Bernd Feiler bei der Eröffnung. Dank der Darbietungen der Preisträgerinnen und Preisträger konnten sich die Zuschauer inspiriert fühlen von den Schutzgöttinnen der Künste. Und gleichzeitig gab die Veranstaltung Impulse für das gesellschaftliche Miteinander.
„Kultur ist eng verbunden mit Kultiviertheit – mit Bildung, Sprachgefühl, guten Taktgefühl, Höflichkeit“, sagte Landrat Helmut Petz. „Das ist der Rahmen menschlichen Zusammenlebens.“ Doch in Zeiten von Kriegen und Fake News in „sogenannten sozialen Medien“ stellte der Landrat global einen dramatischen Kulturverlust fest. „Auch die Umgangsformen sind im freien Fall.“ Als „Gegengift zum kulturellen Verfall“ könne eben die Kultur diesen. Deswegen wolle der Landkreis Freising diese fördern. Seit 1982 wird der Kulturpreis vergeben, der Künstlerinnen und Künstler ehren, deren Leistungen anerkennen und sichtbar machen sowie Talente fördern soll. „Wir haben unglaublich viele Kulturschaffende im Landkreis“, so Petz. Auch diesmal waren 18 Beiträge für den Kulturpreis vorgeschlagen worden, aus denen die Jury auswählen hatte können.
Der Landrat übergab den Kulturpreis an Dr. Ulrike Götz, die „Bewahrerin der Freisinger Stadt- und Kunstgeschichte“, wie Feiler sie nannte. „Meine Überraschung war groß, als ich den Anruf bekam. Und genauso groß ist jetzt die Freude“, sagte Götz. 30 Jahre lang hatte sie das Freisinger Stadtmuseum geleitet und dieses zu einem zeitgemäßen Ausstellungshaus geformt. Außerdem habe sie sich mit ihren zahlreichen Beiträgen zur Geschichte und Kunstgeschichte der Stadt in herausragender Weise um die Erforschung und Vermittlung der Stadtgeschichte verdient gemacht. „Mit dem Kulturpreis erhält mein Leben mit Freising eine gewichtige Bestätigung aus Bronze“, sagte die Geehrte, die bei der Verleihung fünf verschiedene Bilder aus den Freisinger Sammlungen erläuterte, die allesamt Menschen beim Lesen zeigen.
Anerkennungspreise
Für ihr Lebenswerk überreichte Landrat Petz einen Anerkennungspreis an Annemarie Matthaei-Doerr. Zeitlebens widmete sich die Kalligrafin voller Hingabe der Kunst. „Im Namen der Muse Kalliópe, der ältesten und weisesten der neuen Musen, verleiht sie durch ihre Hand Worten eine einzigartige Eleganz“, sagte der Kreisheimatpfleger. Annemarie Matthaei-Doerrs Arbeiten haben weltweite Anerkennung gefunden: 1985 trug sich Ronald Reagan, der damalige Präsident der USA, auf dem Hambacher Schloss in ein goldenes Buch ein, das sie gestaltet hatte. Auch in Freising hinterlässt sie ihre unverwechselbare Handschrift: Urkunden, Dokumente und Gästebücher tragen ihre künstlerische Note. Für Papst Benedikt XVI. schuf sie 2010 eine Ehrenbürgerurkunde.
Johanna Weinberger griff die einleitenden Worte des Landrats auf. „Auch mir sind Werte wichtig. Deswegen beschäftige ich mich im Theater damit, wie wir miteinander umgehen“, sagte die Künstlerin aus Wolfersdorf. Mut, Neugier, Freundschaft und Verantwortung sind die zentralen Themen ihrer Bühnenspiele, mit denen sie in Kindergärten, Schulen, im Freisinger Lindenkeller und bei diversen Veranstaltungen auftritt. „Das ‚Hurra Musiktheater‘ ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur im Landkreis Freising. Diese besonderen kulturellen Verdienste von Johanna Weinberger würdigt der Landkreis Freising mit einem Anerkennungspreis“, betonte Laudator Feiler.
Den dritten Anerkennungspreis sprach die Jury in diesem Jahr Karl Muskini zu. „Ich fühle mich geehrt, weiß aber gleichzeitig nicht, wie mir geschieht“, sagte der Geehrte auf der Bühne. „Als Bandleader, Komponist, Musikpädagoge oder Klavierlehrer vereint Karl Muskini Kreativität, Professionalität und pädagogisches Ethos“, würdigte ihn Bernd Feiler. Der Musiker aus Moosburg präsentierte sein Stück namens „Bindegewebe“ und sagte: „Das Bindegewebe hält uns zusammen. Das ist auch ein schönes Bild für unsere Gesellschaft.“
Förderpreise für die Geschwister Eglhuber
Schließlich gab es beim Kulturpreis 2025 noch zwei Förderpreise. Diese erhielten aus den Händen des Landrats die Geschwister Clara und Lorenz Eglhuber. Sie stammen aus einer musikalischen Freisinger Familie, die ihre Begeisterung für die Musik schon sehr früh entfachte. Inzwischen konzertiert Clara Eglhuber mit zahlreichen renommierten Orchestern, unter anderem im Konzerthaus Berlin und der Berliner Philharmonie. Ihr Bruder Lorenz ist ein gefragter Interpret im internationalen Musikleben. Konzertreisen führten ihn nach Japan, Russland, Italien, Frankreich, Belgien, Serbien und in die Türkei.
