Landkreis

+++News aus dem Landratsamt: Großes Interesse am neuen Beruflichen Schulzentrum. Blick hinter die Kulissen der Großbaustelle im „Lernviertel Freising“.+++

Wie entsteht eine Schule für kommende Generationen? Diese Frage konnten sich rund 70 Bürgerinnen und Bürger beim Infonachmittag des Landkreises Freising am neuen Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (BSZ) aus nächster Nähe beantworten. Im Rahmen von Projektvorstellung, Baustellenführungen und einer offenen Diskussionsrunde erhielten Nachbarinnen und Nachbarn, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Schulen sowie weitere Interessierte einen umfassenden Einblick in das derzeit größte Hochbauprojekt des Landkreises.

Zahlreiche interessierte Bürger und Nachbarn informierten sich über den aktuellen Baufortschritt.

Der stellvertretende Landrat Franz Heilmeier begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte die große Bedeutung des Bauvorhabens für den Bildungsstandort Freising. Mit dem Neubau investiere der Landkreis nachhaltig in moderne Lernbedingungen und schaffe zugleich die Grundlage für die Weiterentwicklung eines gesamten Bildungsquartiers.

Der Neubau des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums an der Wippenhauser Straße nimmt inzwischen deutlich sichtbar Gestalt an. Das Bauprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 157 Millionen Euro wird seit Oktober 2025 umgesetzt und soll 2029 fertiggestellt werden. Auf einer Bruttogeschossfläche von 34.420 Quadratmetern entsteht ein zukunftsfähiger Bildungsstandort für derzeit rund 2.470 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums einschließlich Fachakademie und Berufsfachschule für Kinderpflege.

Größer als vier Fußballfelder: Das Baufeld des neuen Berufsschulzentrums umfasst rund 29.000 Quadratmeter.

Beeindruckend sind bereits heute die Dimensionen der Baustelle: Das rund 29.000 Quadratmeter große Baufeld erstreckt sich über eine Fläche von mehr als vier Fußballfeldern. Über 70.000 Kubikmeter Erde wurden bislang bewegt. Aktuell sind rund 35 Fachkräfte auf der Baustelle tätig, während der Ausbauphase werden es bis zu 150 sein. Alle Gewerke arbeiten planmäßig Hand in Hand.

Neben dem Baufortschritt stand insbesondere das „Lernviertel Freising“ im Mittelpunkt der Veranstaltung. Das Berufliche Schulzentrum bildet dabei das Herzstück eines langfristigen Entwicklungsprojekts, das die vier Schulstandorte an der Wippenhauser Straße auf unterschiedlichsten Ebenen miteinander vernetzt. Ziel ist es, Bildung, Mobilität, Freiraum und Begegnung als zusammenhängendes System zu gestalten. Davon profitieren künftig rund 4.500 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 350 Lehrkräfte des Beruflichen Schulzentrums, der FOS/BOS, des Camerloher Gymnasiums und der Wirtschaftsschule.

Berufsschulzentrum03: Die Bauarbeiten an der neuen Berufsschule sollen bis zum Jahr 2029 abgeschlossen sein.

Geplant sind unter anderem ein neu gestalteter Bildungsboulevard, sichere Schulwege mit Vorrang für Fuß- und Radverkehr, ein multimodaler Bushub, moderne Fahrradinfrastruktur mit insgesamt 1.000 Stellplätzen einschließlich Fahrradgarage, kostenlose Lademöglichkeiten für Pedelecs sowie sogenannte „Grüne Klassenzimmer“. Die neugestalteten Freiräume sollen nicht nur den Schulen, sondern auch der gesamten Nachbarschaft zur Verfügung stehen.

Das innovative Gesamtkonzept des Landkreises Freising wurde Ende 2025 als Projektkandidat der Internationalen Bauausstellung Metropolregion München (IBA-M) unter dem Leitthema „Räume der Mobilität“ anerkannt und unterstreicht damit den Modellcharakter des Vorhabens. 
Das Lernviertel verankert Beteiligung und Partizipation als zentrale Elemente der Schulquartiersentwicklung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilitätskultur. Als schulischer Ankerpunkt mit Ausstrahlung weit über die Metropolregion München hinaus wird das Projekt die Mobilitätsbiografien junger Menschen frühzeitig und nachhaltig prägen. 


Berufsschulzentrum04: In einer abschließenden Diskussionsrunde konnten Interessierte Fragen stellen und eigene Ideen einbringen. Quelle Fotos: Landratsamt Freising

Die IBA-M begleitet die Projektkandidaten mit einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Stadtentwicklung, Landschaftsplanung, Architektur, Projektsteuerung, Design und Kommunikation sowie mit der Expertise ihres teilweise international besetzten Kuratoriums.

Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich bei Führungen über das aktive Baugelände selbst ein Bild vom Baufortschritt zu machen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.

Christiane Malecki, Schulkoordinatorin des Landkreises Freising, zeigte sich erfreut über das große Interesse: „Ich fand es toll, dass viele Menschen aus der Nachbarschaft, Lehrkräfte und Interessierte die Gelegenheit genutzt haben, sich zu informieren, aber auch aktiv mit uns in den Austausch zu treten – sowohl in persönlichen Gesprächen als auch in großen Runden. Genau dafür sind solche Veranstaltungen gedacht. Ich freue mich, dass wir sowohl unseren großen Berufsschulneubau als auch unser Lernviertel wieder bekannter machen konnten.“

Auch Ingrid Abend, Sachgebietsleiterin Hochbau, zog ein positives Fazit: „Das Interesse aus Nachbarschaft, Politik und Schulen hat mich sehr gefreut. Wir konnten gute Ideen und Hinweise mitnehmen. In zahlreichen Gesprächen wurden auch kritische Themen wie Hitzemanagement und Mobilität angesprochen. Ich glaube, es ist uns ein Stück weit gelungen, unsere Begeisterung für dieses zukunftsorientierte Großprojekt des Landkreises zu vermitteln.“

Eva Franz, Leiterin der Abteilung Hochbau, Tiefbau, Liegenschaften und Schulen des Landkreises Freising, hob die Bedeutung des Lernviertels hervor: „In einer lebhaften und offenen Diskussionsrunde hatten wir die Gelegenheit, einigen Kreisrätinnen und Kreisräten, der Schulfamilie sowie den Nachbarinnen und Nachbarn das erfolgreiche IBA-M-Modellprojekt ‚Lernviertel Freising‘ des Landkreises vorzustellen – und direkt gemeinsam weiterzudenken! Das Lernviertel birgt ein außergewöhnliches Potenzial für einen zukunftsweisenden Bildungs- und Mobilitätsstandort. Mir ist besonders wichtig, dass hier ein Ort mit hoher Identifikationskraft entsteht – ein echter Stadtbaustein, der über viele Schülergenerationen hinweg zu einer nachhaltigen Mobilitätskultur und zu mehr Klimaschutz im Landkreis beiträgt.“

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