+++News vom Klimabeirat Eching: Klimafragen an die Bürgermeisterkandidaten. Gemeinsamkeiten und klare Unterschiede.+++
Alle Bürgermeisterkandidaten haben die vom Klimabeirat gestellten zentralen Fragen zum kommunalen Klimaschutz beantwortet. Die folgende, zusammenfassende Einordnung dient der Vergleichbarkeit und stellt keine Wahlempfehlung dar.
Klimaziele: Zielklarheit oder Maßnahmenfokus
Die größte Differenz zeigt sich bei der Zieldefinition. Zwei Kandidaten sprechen sich klar für ein lokales Klimaneutralitätsziel aus und streben entweder 2035 oder 2040 an. Andere vermeiden ein konkretes Datum und setzten auf konkrete Maßnahmen oder politisch breit beschlossene Ziele.
Einordnung: Ein eigenes Ziel schafft Verbindlichkeit und ermöglicht wirksames Controlling.
Wärme: Einigkeit über den Engpass – Unterschiede beim Tempo
Alle Kandidaten sehen in der Wärmewende den größten Handlungsbedarf. Breite Zustimmung gibt es für den Ausbau der Fernwärme gemeinsam mit Neufahrn, perspektivisch unter Einbindung von Tiefengeothermie. Ergänzend werden kommunale Gebäudesanierungen, Energieberatung und Quartierslösungen mit Wärmepumpen genannt.
Die Unterschiede liegen im Tempo: von aktiver Beschleunigung mit zusätzlichen Instrumenten bis hin zu einem schrittweisen, technologieoffenen Vorgehen mit Fokus auf Kosten und Planungssicherheit.
Einordnung: Entscheidungen im Wärmesektor wirken über Jahrzehnte. Ein zu langsames Vorgehen erhöht das Risiko, langfristige Klimaziele zu verfehlen.
Strom, Windkraft und Speicher: Der zentrale Prüfstein
Beim Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern besteht weitgehend Konsens. Deutlich auseinander gehen die Positionen bei der Windkraft. Einige Kandidaten sehen sie als notwendigen Bestandteil einer künftigen Energieversorgung, andere bewerten sie für Eching aufgrund rechtlicher und standörtlicher Einschränkungen als kaum oder nicht realisierbar.
Einordnung: Diese Frage ist strategisch relevant, da der Strombedarf durch Wärmewende und Elektromobilität deutlich steigen wird.
Verkehr: Pragmatismus statt Strukturbruch
Im Verkehrssektor setzen alle Kandidaten auf pragmatische Verbesserungen wie den Ausbau von ÖPNV, Radverkehrs und Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig wird auf das hohe Pendleraufkommen und die Abhängigkeit vieler Menschen vom Auto hingewiesen. Restriktive Maßnahmen oder Verbote lehnen alle ab.
Klimacontrolling: Zustimmung mit unterschiedlicher Verbindlichkeit
Alle Kandidaten befürworten ein Klimacontrolling. Die Spannbreite reicht von öffentlich einsehbaren, softwaregestützten Lösungen bis hin zu regelmäßigen Sachberichten im Gemeinderat.
Einordnung: Controlling wirkt vor allem dann, wenn es politisches Nachsteuern ermöglicht. Transparenz erhöht den Handlungsdruck, interne Steuerung reduziert ihn.
Gesamteinordnung des Klimabeirats
Das „Ob“ des Klimaschutzes ist Konsens, das „Wie“ nicht. Die Bürgermeisterwahl entscheidet darüber, ob Eching Klimaschutz mit klaren Zielen, Transparenz und Tempo angeht oder eher mit geringerer Priorität; eine bedeutende Weichenstellung vor allem für die Bereiche Wärme und Verkehr und allgemein für die langfristige Lebensqualität in Eching.
Offener Brief: https://cloud.wechange.de/s/XMeY3XrBMtDorpC
Die Antworten (in der Reihenfolge ihres Eingangs):
Eric Jacob (Grüne): https://cloud.wechange.de/s/JPkZwyL3kLea5WC
Victor Weizenegger (SPD): https://cloud.wechange.de/s/b8rPWWHdaZpd66d
Michael Steigerwald (CSU): https://cloud.wechange.de/s/fPTNtZXW3xaSqB5
Christoph Gürtner (FW): https://cloud.wechange.de/s/DyHfMFXZTgNNHNK
Sebastian Thaler (Mega): https://cloud.wechange.de/s/XqEoaz6qMYWJQo9
