+++News aus dem Landratsamt: Landkreis Freising bringt bei einem Vernetzungstreffen die ambulanten Pflegedienste und die Sozialplanung an einen Tisch.+++
Wie kann die ambulante pflegerische Versorgung im Landkreis Freising auch in Zukunft gut funktionieren? Welche Herausforderungen beschäftigen die Pflegedienste im Alltag und wo können Landkreis und weitere Akteure unterstützen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Austauschtreffens zwischen Vertreterinnen und Vertretern ambulanter Pflegedienste und der Sozialplanung des Landkreises Freising im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Freising.
Die ambulanten Pflegedienste sind ein wesentlicher Bestandteil der wohnortnahen Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Der Austausch mit der Sozialplanung des Landkreises und auch untereinander soll dazu beitragen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, vorhandene Angebote besser miteinander zu vernetzen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die zukünftige Versorgung im Landkreis Freising zu entwickeln. Die teilnehmenden Pflegedienste konnten benennen und priorisieren, wo im Arbeitsalltag besondere Herausforderungen bestehen und welche Unterstützung aus ihrer Sicht hilfreich wäre. Dabei zeigte sich, dass viele Dienste vor ähnlichen Problemen stehen. Unter anderem wurden das Entlassmanagement der Kliniken, insbesondere bei Entlassungen am Freitagnachmittag, die Versorgung mit benötigten Materialien sowie organisatorische Rahmenbedingungen angesprochen.

Vertreterinnen und Vertreter der ambulanten Pflegedienste
Vernetzung als wichtiger Baustein
Ein zentrales Ergebnis des Treffens war der Wunsch nach einer stärkeren und regelmäßigen Vernetzung. Die Vertreterinnen und Vertreter der Pflegedienste sprachen sich für weitere Treffen, beispielsweise in einem halbjährlichen Rhythmus, aus. Je nach Thema könnten künftig auch Hausärzte, Sozialdienste der Kliniken, Kranken- und Pflegekassen, Physiotherapeuten, das Betreuungsamt und weitere Beteiligte einbezogen werden. Auch eine bessere Kommunikation über vorhandene Angebote und Entlastungsmöglichkeiten im Landkreis wurde thematisiert. Hier können unter anderem der Pflegestützpunkt und das Seniorenbüro wichtige Anlaufstellen sein. Das Seniorenbüro soll zudem als Kontaktmöglichkeit zwischen den gemeinsamen Treffen zur Verfügung stehen.
Quartiersmanagement und neue Versorgungsansätze
Werner Wagensonner, Leiter des Sachgebiets Betreuungen & Pflege am Landratsamt Freising, stellte das Thema Quartiersmanagement vor und erläuterte, welche Chancen sich daraus für die ambulante Versorgung ergeben können. Diskutiert wurde unter anderem, wie Pflegeleistungen künftig stärker in Versorgungsräumen gedacht und organisiert werden können. Eine Herausforderung bleibt dabei neben dem Mangel an Pflegekräften auch das Angebot an barrierefreiem und seniorengerechtem Wohnraum. Für das Jahr 2027 ist vorgesehen, relevante Daten zur Versorgungssituation in den einzelnen Gemeinden zu erfassen. Drei Gemeinden sollen als Pilotkommunen bei der Implementierung begleitet werden.

des Landkreises Freising kamen zum gemeinsamen Austausch über die Zukunft der ambulanten Pflege zusammen.
Zur besseren Koordinierung der einzelnen Pflegedienste, die im Landkreis unterwegs sind, könnte eine Software unterstützen, die kurz vorgestellt wurde. „Wenn ein ambulanter Pflegedienst im Landkreisnorden gebraucht wird, muss ja nicht einer aus dem Süden hinfahren. Das spart neben Kosten für die Fahrzeuge vor allem wertvolle Zeit, die man sinnvoller für die Pflegebedürftigen einsetzen kann“, sagte Wagensonner. Die Vertreterinnen der ambulanten Pflegedienste befürworteten den Vorschlag, den Anbieter zu einem der kommenden Treffen einzuladen und die Anwendung näher vorzustellen.
Übergang zwischen Klinik und häuslicher Versorgung im Blick
Mit Blick auf die Übergangspflege wurde insbesondere die Situation bei späten Entlassungen aus dem Krankenhaus und an Wochenenden diskutiert. Die Teilnehmenden erörterten verschiedene Fallkonstellationen und Möglichkeiten, wie der Übergang in die Versorgung zu Hause verbessert werden kann.
Gemeinsam Lösungen entwickeln
Das positive Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstrich den Nutzen des Formats. Besonders hervorgehoben wurden der offene Austausch und die Erkenntnis, dass viele Pflegedienste vor vergleichbaren Herausforderungen stehen. Das Treffen soll deshalb nicht als einmalige Veranstaltung verstanden werden. Vielmehr soll der begonnene Dialog fortgesetzt und gemeinsam mit den beteiligten Akteuren an konkreten Verbesserungen für die ambulante Versorgung im Landkreis Freising gearbeitet werden.

