+++News aus dem Landratsamt: „Meine Freundin, du bist schön“: Revolutionäre barocke Sakralmusik gibt es bei Musik im Marstall zu erleben.+++
Denkt man an barocke Sakralmusik, fällt einem Bach oder Händel aus dem Spätbarock ein oder auch Monteverdi und Schütz aus dem Frühbarock. Das heurige Projekt der Konzertreihe des Landkreises Freising, Musik im Marstall, stellt dagegen zwei vergessene hochbarocke Komponisten ersten Ranges vor, die jeweils einen sehr individuellen „unerhörten“ und revolutionären Stil pflegen. „Meine Freundin, du bist schön“ – barocke Sakralmusiken von Johann Christoph Bach und Cristoforo Caresana sind am Samstag, 25. April 2026, ab 20 Uhr im Marstall des Landratsamtes Freising zu hören.

Zum Bild. Christoph Eglhuber ist musikalischer Leiter des Barockensembles.
Cristoforo Caresana (1640 – 1709) wirkt in Neapel und kombiniert den traditionellen Oratorienstil mit neapolitanischer Volksmusik, der Tarantella. Dabei heraus kommt Musik von mitreißender Qualität, von betörender Eindringlichkeit und tänzerischer Inspiriertheit, die im ersten Hören kaum sakrale, sondern eher festive Assoziationen weckt. Auch die Texte bewegen sich abseits der klassischen Themen, da geht es beispielsweise um die Feier der Hirten nach Christi Geburt oder den Verlauf eines Kartenspiels, das metaphorisch den Sieg des Erlösers über den Satan inszeniert.
Johann Christoph Bach (1642 – 1703) war ein Großonkel von Johann Sebastian, wirkte in Eisenach und gilt als der bedeutendste Vertreter der älteren Bach-Familie. Er war ein von Zeitgenossen gerühmter Organist und Komponist. Johann Sebastian, der sein Schaffen ja noch miterlebte und seine Musik später aufführte, nennt ihn einen „profonden Komponisten“, also einen Könner.
Die wenigen von ihm erhaltenen Werke sind herausragend, sie kombinieren die exklamative Wortausdeutung der deutschen barocken Kirchenmusik mit der virtuosen Instrumentalstilistik des Hochbarock (Stylus Phantasticus), was zu besonders eindringlicher Klangrede führt. Einige der wichtigsten Werke davon kommen zur Aufführung: Berühmt ist die Hochzeitskantate „Meine Freundin, Du bist schön“, die inspiriert vom Hohen Lied der Liebe Szenen einer Beziehung bis zu Hochzeitsmahl und -nacht nachzeichnet. Atemberaubend sind die beiden Lamenti „Ach daß ich Wassers gnug hätte“ und „Wie bist du denn o Gott in Zorn auf mich entbrannt“, die sich im Kontext des gerade zu Ende gegangenen Dreißigjährigen Krieges der sogenannten Vanitas (Vergänglichkeit) zwischen irdischem Jammertal und himmlischem Paradies widmen. Schlicht aber besonders anrührend ist die Sterbemotette „Es ist nun aus mit meinem Leben … Welt, gute Nacht“.
Marstall-Barockensemble in großer Besetzung
Das Marstall-Barockensemble spielt dieses Mal in großer Besetzung, das Vokalensemble besteht aus: Roswitha Schmelzl, Lucia Gasser – Sopran, Berthold Schindler, Philipp Röslmair – Tenor, Constantin Brandscherdt – Bass. Dazu wirken im Instrumentalensemble auf historischem Instrumentarium: Penelope Spencer, Angelika Fichter – Barockvioline, Friederike Eglhuber – Barockviola, Sabina Lehrmann – Violone, Veronika Braß – Orgel und Christoph Eglhuber – Theorbe, Barockgitarre, der auch die musikalische Leitung hat.
Musikliebhaber sollten dieses spezielle Programm in großer Besetzung nicht verpassen. Interessierte können sich ab April mit Beginn des Vorverkaufs einen der begrenzt verfügbaren Plätze sichern. Tickets zu 21 Euro (regulär), 16 Euro (Schüler und Studenten) und neun Euro (Kinder bis 14 Jahren) sind beim Kartenvorverkauf der Stadt Freising, Marienplatz 7, oder online unter https://landkreisfreising.reservix.de erhältlich. Die Abendkasse (nur Barzahlung) ist ab 19.15 Uhr geöffnet.

