AllershausenLandkreis

+++Nachtrag News vom FDP Kreisverband Freising: Volle Hütte bei der FDP. Weiskopf zum Landratskandidaten gekührt und 70-köpfige Kreistagsliste verabschiedet.+++

Allershausen – Volle Bänke und eine spürbare Aufbruchsstimmung: Bei der Aufstellungsversammlung der FDP Freising herrschte am Freitagabend sprichwörtlich „volle Hütte“. Rund 30 Liberale waren der Einladung ins Allershausener „Felber’s“ gefolgt, dessen Nebenraum – eine urige Holzhütte – bis auf den letzten Platz gefüllt war.


Die Mitglieder nominierten den 27-jährigen Kreisrat Tobias Weiskopf einstimmig zum Landratskandidaten. Seine Rede wurde wiederholt von Beifall unterbrochen. Besonders bewegend wurde es, als Weiskopf von den Ereignissen des verheerenden Hochwassers im vergangenen Jahr berichtete. Seine Familie hatte selbst einen nassen Keller, tagelang dröhnte ein Generator für die Wasserpumpe im Dauereinsatz, während die Strom- und Mobilfunknetze im Ort ausgefallen waren. „Ich stand mit Gummistiefeln bei fremden Menschen im Haus, habe mit vielen Helfern angepackt und von Wasser, Schlamm und Öl zerstörte Möbel hinausgetragen. In diesen Tagen hat Allershausen gezeigt, was Zusammenhalt bedeutet. Diese Gemeinschaft macht unseren Landkreis Freising aus“, sagte er.
Für Weiskopf steht fest, dass der Landkreis mit Blick auf Extremwetterereignisse deutlich entschlossener handeln muss. Allershausen war bereits 2013 schwer betroffen – inzwischen treten Starkregenereignisse statistisch häufiger auf. „Wir müssen unsere Feuerwehren und das THW besser ausstatten – aber wir dürfen nicht erst reagieren, wenn das Wasser wieder im Keller steht“, betonte er. Er forderte mehr Investitionen in Prävention: moderne Frühwarnsysteme, verlässlichere Meldestellen und optimierte Flussläufe. „Wir müssen dafür sorgen, dass solche schweren Überschwemmungen unserer Orte verhindert werden.“
Inhaltlich setzte Weiskopf drei Schwerpunkte, die er eng mit eigenen Erfahrungen verknüpfte: Verwaltung, ÖPNV und Finanzen. Besonders scharf kritisierte er die Situation in der Führerscheinstelle des Landratsamts. Dort betrügen die Wartezeiten derzeit bis zu drei Monaten. Für junge Menschen sei das ein frustrierender Start ins Erwachsenenleben. „Wenn wir uns erinnern, wie es war, frisch 18 zu sein – bestandener Führerschein, dieses Gefühl von Freiheit, endlich zu den Freundinnen und Freunden fahren zu können. Das ist unbeschreiblich“, sagte Weiskopf. Umso unverständlicher sei es, wenn dieser Moment durch monatelange Bearbeitungszeiten ausgebremst werde. „Dass eine Behörde nicht in die Gänge kommt, ist ein absolutes No-Go.“ Er kündigte an, die Situation „in den ersten 100 Tagen zu lösen“ und das Landratsamt insgesamt digitaler und bürgerfreundlicher aufzustellen.
Emotional wurde es erneut, als Weiskopf über den öffentlichen Nahverkehr sprach. Die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler im Schulbus sei für ihn ein persönliches Anliegen. Als Jugendlicher erlebte er selbst an einem kalten Novembermorgen einen Frontalzusammenstoß seines Schulbusses mit einem Auto. „Ich habe damals erste Hilfe geleistet. Zum Glück wurde niemand schwer verletzt“, berichtete er. Dass die Situation glimpflich ausging, sei auch den damaligen Reisebussen zu verdanken, die deutlich mehr Sitzplätze boten. Heute dagegen würden überwiegend Niederflurbusse eingesetzt, barrierefrei, aber mit weniger Sitzplätzen. „Im Schulbus gilt das Gesetz des Stärkeren: Die Älteren sitzen, die Jüngeren stehen – oft ohne, dass sie überhaupt an die Haltegriffe kommen“, sagte er. „Würde ein Unfall wie damals heute passieren, möchte ich mir das Ergebnis nicht ausmalen.“ Daher gebe er ein klares Versprechen: eine Sitzplatzgarantie für jedes Kind im Landkreis.
Nicht minder deutlich fiel seine Analyse der Haushaltslage des Landkreises aus, die er als „finanziell desaströs“ bezeichnete. Seit über 15 Jahren fehlten Jahresabschlüsse, auch die Eröffnungsbilanz sei über Jahre nicht vorhanden gewesen. „Als Staat erwarten wir von Bürgern und Unternehmern eine saubere, fristgerechte Buchführung – und genau das bekommt der Landkreis selbst nicht hin“, sagte er. Die Folge sei eine große Unsicherheit über tatsächliche Rücklagen und Spielräume. „Damit riskieren wir eine überhöhte Kreisumlage und nehmen den Gemeinden Geld weg, das sie für gute Kitas, Spielplätze oder attraktive Gewerbestandorte brauchen.“ Weiskopf kündigte an, externe Fachleute heranzuziehen: „Wir brauchen Profis, die die vergangenen fünfzehn Jahre in wenigen Monaten aufräumen. Das hat höchste Priorität.“
Auch die Kreistagsliste mit 70 Bewerberinnen und Bewerbern verabschiedete die Versammlung ohne Gegenstimme. Auf ihr stehen selbstständige Unternehmer und Angestellte, Ingenieure, Naturwissenschaftler, Betriebswirte und Kaufleute, Führungskräfte, Menschen aus Landwirtschaft und Gartenbau, Handwerks- und Technikberufe, Schüler und Studierende sowie pädagogische und medizinische Fachkräfte. Ergänzt wird die Liste unter anderem durch eine U-Bahn-Fahrerin, einen Piloten und einen Polizeibeamten – ein breites Spektrum an beruflichen Hintergründen, das die Vielfalt des Landkreises eindrucksvoll widerspiegelt. Damit verfügen die Freien Demokraten nicht nur über einen vollständigen und attraktiven Wahlvorschlag, sondern auch über sechs Ersatzbewerber.
Angeführt wird die Liste von Weiskopf, gefolgt von Fahrenzhausens Bürgermeisterin Susanne Hartmann, Freisings Stadtrat Dr. Jens Barschdorf, der ehemaligen Echinger Gemeinderätin Dr. Irena Hirschmann, dem Auer Jens Hartmann, dem FDP-Kreisvorsitzenden Timo Ecker aus Haag, der Neufahrner Unternehmerin Hilde Waschkowski sowie dem Moosburger Stadtrat Philipp Fincke, der die FDP im Landkreis als Parteiloser unterstützt.

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